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hinzu,„muß ich dieſe Blumen und Blüthen ſchon ſelbſt
4 wachſen laſſen, weil ſie Mama ſicherlich weniger an⸗ genehm ſein würden, wenn ſie von einem Andern ge⸗ zogen wären!“
„Sie haben recht, mein Prinz,“ ſagte der Abbé überraſcht und gerührt von dieſer Bemerkung des jungen Prinzen, in der ſich ſo viele Liebe für ſeine Mutter ausſprach.„So fahren Sie denn fort, Ihre Blumen zu pflanzen, und ich wünſche nur, daß ſie recht erfreulich und zu Ihrer Zufriedenheit wachſen und gedeihen mögen.“
„Oh, ſie wachſen ſehr ſchoͤn, Herr Davaux!“ er⸗
wiederte der Prinz heiter.»Sie werden ſehen, daß 35 ich in wenigen Mancſäif ie prächtigen Strauß ge⸗ 4 pflückt haben werde!“ 3
Und mit jenem Eifer, welchen ihm die Liebe zu ſeiner Mutter einflößte, muſterte er die Blumen ſeines Gärtchens, ſuchte die ſchönſten und friſcheſten Blüthen aus und band ſie zu einem Bouquet zuſammen, das er mit großer Sorgfalt und vielem Geſchmacke zu ordnen
wußte. „Sehen Sie, Herr Abbé!“ ſagte er, indem er mit kindlichem Triumphe ſeinen Strauß hinreichte,— „meinen Sie nicht, daß die Mutter ſich darüber freuen wird? Gewiß, Herr Abbe, wenn ſchlechtes Wetter mich abhält, meine Blumenärndte zu machen, ſo bin ich 4 voller Kummer! Denn wie kann ich mit mir zu⸗ us frieden ſein, wenn ich durch meinen Strauß nicht den erſten Kuß von Mama verdient habe?— Aber jetzt will ich nur ſchnell noch nach meinen Kaninchen ſehen, ihnen Futter geben, und dann geſchwind u Mama
mit meinem Blumenſtrauße!“
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