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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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witterwolken am Himmel auf, welche allen Glanz dieſer noch ſo ſtrahlenden Glücksſonne für immer auslöſchen und alle unſchuldsvolle Heiterkeit ſeines Alters in tiefen, bitteren Schmerz, in unerhörten und troſtloſen Jammer verwandeln ſollten. Dieſer anmuthige, lie⸗ benswürdige Knabe, deſſen blaues Auge ſo hell in die Welt hinaus ſchaute, ach, welch' ein Schickſal war ihm von der Vorſehung beſtimmt! Nur ahnte er es noch nicht in dem unbewußten Vollgenuße ſeines Glückes, dem er ſich mit heiterer und offener Seele hingab.

Sehen Sie nur, Herr Abbéè, wie fleißig ich dieſen Morgen geweſen bin! ſagte der Knabe, nachdem er den gewöhnlichen Morgeng i ſeinen Erzieher ge⸗ richtet hatte,alles U habe ich ausgerottet, und hier dieſes Beet mit herrlichen Aſtern bepflanzt, deren Blüthen meiner Mutter große Freude bereiten werden. Sie wiſſen doch, Herr Abbé, wie ſehr ſie die Blumen liebt!«

Gewiß weiß ich dies, mein Prinz, erwiederte Herr Davaux,und ich lobe es ſehr, daß Sie Ihrer Mutter jeden Morgen einen Strauß ſchöner Blüthen bringen; nur ich ſehe nicht ein, warum Sie ſich ſo

übermäßig anſtrengen, Alles ſelbſt umzugraben, zu

pflanzen, zu gießen und Unkraut auszureißen. Ein Gärtner würde alle dieſe Arbeiten in wenigen Minuten fuͤr Sie machenzk 1

Der kleine Prinz ſchüttelte ernſthaft den Kopf. »Nein, nein, Herr Abbé, entgegnete er dann nach kurzem Nachdenken,mein Vater hat mir dieſen Garten gegeben, damit ich allein dafür Sorge tragen ſoll. Und überdies, fügte er mit einem reizenden Lächeln