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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Wechſel unterſchrieben haſt, und morgen früͤh vierzig Louisd'or bezahlen mußt, wenn du nicht in das Schuld⸗ gefängniß ſpazieren willſt. Und nun wünſche ich dir eine gute Nacht und ſüße Träume!

»Hohnlachend und den Eigenſinn Valentin's ver⸗ wünſchend, ſtolperte er die Treppe wieder hinunter, und ließ den armen Valentin in einem nicht gerade benei⸗ denswerthen Zuſtande zuruͤck. Der Ungluͤckliche hatte bis jetzt in ſeiner Aufregung noch nicht wieder an den unterſchriebenen Wechſel gedacht, aber er wußte nur zu gut, daß Theodor die Wahrheit geſagt hatte, und daß er morgen in das Gefängniß wandern müſſe, wenn er nicht bis Mittag um zwoͤlf Uhr den Wechſel bezahlen konnte. Auf Mitleid, Erbarmen und Nachſicht durfte er ſich bei den Spielern keine Rechnung machen, Mittel zur Bezahlung beſaß er nicht, und ſo ſah er denn ſeine Schande und Schmach deutlich vor Augen. Noch ein⸗ mal regte ſich der böſe Geiſt in ſeiner Seele, noch ein⸗ mal kam die Verſuchung über ihn, ſeine Verluſte durch das Spiel wieder zu erſetzen, aber zugleich tauchte auch das treue, warnende Antlitz Daniels wieder vor ihm auf, und ſtandhaft unterdrückte Valentin die böſen ver⸗ derblichen Regungen in ſeinem Innern. Er überlegte, was er zu thun habe, faßte ſeinen Entſchluß und ſchlief endlich ſanft ein. Der bloße, feſte Vorſatz allein, recht⸗ ſchaffen und ehrlich zu handeln, reichte ſchon hin, die Stürme ſeiner Seele zu beſänftigen, und ihm den Frie⸗ den ſeines Gewiſſens zurückzugeben.

»Am Morgen erwachte Valentin nach einem erqui⸗ ckenden traumloſen Schlummer, kleidete ſich raſch an, und bereitete ſich vor, ſeinen geſtern gefaßten Entſchluß auszuführen. Er nahm das Geld ſeines Prinzipals

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Jung gewohnt ꝛe. 8