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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Das kann geſchehen, warf Valentin leichtſinnig hin. ‚Gehen wir. 3

Es iſt noch zu früh,: entgegnete Theodor, ‚aber trinken wir lieber noch ein Glas Wein vorher, dann verſtreicht die Zeit ſchneller.

Mir auch recht! ſagte Valentin, ſteckte eine Summe Geldes ein, und begleitete ſorglos den falſchen Freund, deſſen böſe Abſichten, hinter gleißneriſchen Mienen ver⸗ borgen, er leider nicht zu durchſchauen vermochte. Theo⸗

dor trank ſeinem Begleiter häufiger als gewöhnlich zu,

und beſtellte die feurigſten, ſchwerſten Weine, ſo daß ſich Valentin ſchon in ziemlich aufgeregter Stimmung befand, als er an Theodor's Arme die Spielhöhle be⸗ trat. Der Tiſch war mehr als ſonſt beſetzt und Hau⸗ fen Goldes und Silbers glänzten Valentin von der Spielbank entgegen.

Du ſiehſt, ich hatte recht, flüſterte ihm Theodor leiſe in's Ohr.Jetzt nur kühn darauf! Mit deinem

Glücke mußt du heute die Bank ſprengen!

Valentin bedurfte des Zuredens nicht, denn ſeine Augen funkelten ſchon vor Habgier, und raſch beſetzte er mehrere Karten. Das Glück blieb ihm treu, wie ſonſt; im Eifer des Spiels bemerkte er eben nicht, wie ſich Theodor ganz leiſe und verſtohlen von ſeiner Seite entfernte, zu dem Bankhalter ſchlich, und heimlich ihm etwas in's Ohr flüſterte. Der Bankhalter nickte ihm hämiſch lächelnd zu, und einige Augenblicke ſpäter ſtand Theodor wieder hinter Valentin, und ſpornte ihn mit heißer, ziſchelnder Stimme zu immer verwegenerem Spiele an. Das war Oel in's Feuer gegoſſen. Va⸗ lentin verdoppelte ſeine Einſätze, verdreifachte ſie, und