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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Nun denn, dachte Valentin,es iſt am Ende gleichgültig, ob ich auch den letzten Thaler verliere, nachdem ich bereits die anderen verloren, und warf das Geldſtück auf die erſte beſte Karte.

»Sie gewann, und unwillkührlich zuckte Valentins Hand nach dem Gelde.

Behüte, behüte, laß ſtehen, flüſterte Theodor ihm zu. ‚Wenn du nichts wagen willſt, kannſt du nichts

gewinnen.

»Valentin hätte gern ſeinem erſten Antriebe gefolgt, aber er ſchämte ſich, ängſtlich zu ſein, und ließ den Einſatz mit dem Gewinne ſtehen. Das Glück begün⸗ ſtigte ihn, er gewann abermals, und nochmals, und hatte nicht nur ſein Geld wieder, ſondern auch noch ein Häufchen blanker Silberthaler dazu gewonnen. Zitterte er vorhin vor Angſt, ſo zitterte er jetzt vor Freude und Habgier. Wie ein Rieſe wachte dieſe verderbliche Leidenſchaft plötzlich in ſeinem Herzen auf, und nun bedurfte es nicht weiter des Zuredens von Seiten Theodors; Valentin ſpielte ſchon aus eigenem Antriebe weiter, und zwar mit einer Begierde und einer Kühnheit, die das heimliche Erſtaunen der Um⸗ ſtehenden erregte. Noch mehr aber erſtaunten ſie über das Glück, welches Valenten förmlich zu verfolgen ſchien, nachdem er ſeine erſten Einſätze hinter einander verloren hatte. Jetzt gewann faſt jede Karte, die er ſetzte, und nach weniger als einer Stunde waren ſeine ſämmtlichen Taſchen mit Thalerſtücken angefüllt.

Aber jetzt iſt's auch genug, ziſchelte Theodor ihm zu.Höre auf, Valentin! Man darf das Gluͤck nicht zu lange verſuchen, wenn es treu bleiben ſoll.:

Valentin wachte bei dieſen Wanten, wie aus