„Ja, Herr, ſchon Alles im Gange,“ erwiederte der Burſche. ‚Sie haben heute ſchon zeitig angefangen.“ „So komm',“ wandte ſich Theodor zu Valentin. „Wir haben einen glücklichen Tag getroffen, und es müßte ſonderbar zugehen, wenn du nicht in wenigen Stunden deiner Sorgen ledig wäreſt. „Valentin folgte ihm durch einen dunkeln Corridor in eine ziemlich geräumige Stube, welche durch zwei Kronleuchter hell erleuchtet wurde. Um einen mit grünem Tuche überzogenen großen Tiſch in der Mitte des Zimmers drängten ſich ein paar Dutzend Menſchen, unter denen Valentin nicht ohne Ueberraſchung mehrere von ſeinen neuen Bekannten erblickte, die ihm lächelnd zunickten, dann aber ihre Aufmerkſamkeit wieder dem Spieltiſche und den Karten zuwandten. Theodor drängte Valentin dicht an den Tiſch, machte ihn flüſternd mit den höchſt einfachen Regeln des Spieles bekannt, und forderte ihn dann auf, eine Karte zu beſetzen. Valen⸗ tin folgte der Aufforderung mit klopfendem Herzen und zitternder Hand, und ſetzte einen Thaler auf den Buben. Nach wenigen Augenblicken hatte er verloren, und ſein Thaler rollte zu den übrigen, die den leicht⸗ ſinnigen Spielern bereits abgenommen waren. Valen⸗ tin verbarg ſo gut er konnte ſeine Beſtuͤrzung, und ſetzte einen zweiten Thaler. Auch dieſer ging verloren, und ebenſo der dritte. Der Angſtſchmeiß brach auf ſeiner Stirn aus, und er zögerte, auch ſein letztes Geldſtück noch auf die treuloſen Karten zu ſetzen. Aber Theodor flößte ihm Muth ein. „Nur vorwärts, vorwärts, Valentin!“ ſagte er ihm in's Ohr.„Es kann nicht beſſer gehen. Wer zuerſt verliert, gewinnt ſpäter deſto ſicherer. Nur vorwärts!“
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