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gute Schweſter einer armen Waiſe nimmermehr fehlen laſſen, wenn ſie derſelben nur einigermaßen würdig iſt,— und rnicht Betreff der Erziehung, da könnte ich ja einmal den Verſuch machen. Du weißt, Schweſter, mich hat zumeiſt das Leben ſelber erzogen, und dies iſt ein ſtrenger Lehrmeiſter, von welchem man Vieles lernen kann. Was meinſt du,— ſollten wir nicht wenigſtens einen Verſuch mit dem armen Matthias machen?« Die Schweſter, obgleich ſonſt immer nachgiebig ge⸗ gen die Wünſche ihres Bruders, beharrte doch in die⸗ ſem Falle hartnäckig auf ihrer Weigerung und ſchüt⸗ telte immer wieder von Neuem abwehrend den Kopf.
Nicht aus Selbſtſucht, gewiß nicht! Sie wollte wohl.
gern alle Mühen und Sorgen für den fremden Knaben ³ über ſich nehmen; aber es wollte ihr nicht in den Sinn, daß der Bruder vielleicht durch deſſen Anweſenheit be⸗ irrt, gereizt, in ſeinen langjährigen Gewohnheiten ge⸗ ſtört werden ſollte. Das durfte nicht ſein, durchaus nicht, und darum blieb ſie dabei, der Bruder möge dem Knaben Geld ſchicken, aber nicht ihn in das Haus nehmen.*
„Was wollteſt du eigentlich hier mit ihm anfangen?“« fragte ſie.„Und wie alt iſt er denn?“«
„»Nun ich vermuthe, daß er nahe am ſechszehnten Jahre ſein muß,“ erwiederte der Bruder ganz gelaſſen und ohne von den Einwürfen der Schweſter irgendwie beunruhigt zu werden.„Wir müſſen eben ſehen, wenn er hier iſt. Vielleicht, wenn er zum Geſchäft Luſt be⸗ zeigt, mache ich ihn zu meinem Lehrlinge. Ich habe ſchon immer gewünſcht, einen jungen Menſchen u mich zu haben, auf den man ſich mehr, als auf i
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