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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſten blühenden Pflanzen, als Roſen, Nelken, Heliotrop und Paſſions⸗Blumen, nebſt noch manchen anderen, de⸗ ren ganzes friſches, kräftiges Ausſehen beweist, daß ſie von liebender Hand gepflegt und fleißig abgewartet werden.

Das ganze Haus macht den Eindruck bürgerlich⸗ häbiger Gemüthlichkeit; prächtig iſt's nicht, aber ſchon von weitem ſieht's man ihm an, daß ſich's behaglich darin wohnen müſſe, und die ſchmucke Außenſeite läßt ſchließen, daß auch im Innern Alles wohl erhalten, in gutem Stande und ſchmuck und blank ſei. Fragt man einen Vorübergehenden, wer da wohnt, ſo bekommt man wohl die bereitwillige Antwort:Sie ſehen's ja an der Firma! der alte Valentin Krempelhuber wohnt da, mit ſeiner Schweſter Marianne! Wunderliche Leute, aber kreuzbrav und auch wohlhabend! Sie thun viel Gutes an den Armen! Ja, rechte gute Leute, aber wunderlich, ſehr wunderlich in manchen Stücken! Fragt man dann weiter:Wie ſo wunderlich?« ſo zuckt der Gefragte die Achſeln, wirft einen lächelnden, keineswegs aber reſpektwidrigen Blick auf das Haus hinüber, und geht ſeiner Wege weiter, indem er höch⸗ ſtens noch über die Achſel zurückſpricht:Lernen Sie die Leutchen doch ſelber kennen, dann werden Sie ſchon ſehen!«

Nun denn, ich hab' ſie kennen lernen, und dann ſo Manches erfahren, was ich hier wieder erzählen will. Vielleicht, wenn du mir zuhörſt, lieber Leſer, ge⸗ winnſt du das alte Geſchwiſter⸗Paar lieb, wie es ſo Mancher lieb gewonnen, der mit ihm in nähere Be⸗ rührung gekommen iſt. Jedenfalls wirſt du in Herrn Krempelhuber einen achtbaren, braven Mann und in ſeiner Schweſter ein gutes, liebevolles Gemüth kennen