3
Stadt. Auf der Mitte des geräumigen Platzes ſteht auf ſteinernen Pfeilern ein ungeheures Becken von Erz, und aus der Mitte deſſelben erhebt ſich hoch ein ſtar⸗ ker Waſſerſtrahl, zertheilt ſich oben nach allen Seiten hin, und fällt dann, in Millionen Tropfen zerſprühend, klingend und plätſchernd in das Waſſerbecken zurück. Dieſer Springbrunnen gereicht dem Markte zu beſon⸗ derer Zierde, denn gar hübſch ſieht es aus, wenn die glänzenden Sonnenſtrahlen in den Millionen Tropfen funkeln und glitzen und in allen Regenbogen⸗Farben ſpielen, oder wenn der Wind die ſchlanke Waſſerſäule hierhin und dorthin treibt, und die Millionen Tropfen wieder in neue Millionen zertheilt, ſo daß ſie wie ein Regen ſtäubender Diamanten⸗Splitter oft weit, weit über das große Becken hinaus getragen werden, und auf das Steinpflaſter reichlich niederfallen, wie ein fri⸗ ſcher Sommer⸗Morgen⸗Thau.
Und nun, grade dieſem Springbrunnen gegenüber, an der Ecke, welche durch die nach dem Innern der Stadt führende Hauptſtraße gebildet wird, liegt ein Haus, auf das ich jetzt deine beſondere Aufmerkſamkeit zu lenken wünſche, freundlicher Leſer. Es gehört kei⸗ neswegs zu den größten und ſtattlichſten Gebäuden am Markte, im Gegentheil, es iſt faſt das kleinſte von allen, und hat nur ein Erdgeſchoß und ein Stockwerk, darüber aber richtig, wie die übrigen Häuſer alle, den hohen Giebel mit zwei Fenſtern auf den Markt, und zwei Fenſtern auf die Straße heraus. Dabei ſieht es äußerſt ſauber und faſt wie geputzt aus, denn es iſt
von unten bis oben in die Giebelſpitzen hinauf mit
ſteingrüner Oelfarbe friſch angeſtrichen unh jede Fenſter⸗ ſcheibe glänzt wie ein Spiegelglas. Einen großen Theil⸗ . 1*


