2
einigen mächtigen Krahnen beſetzt, welche mit ihren eiſernen Armen die ſchweren Laſten, die hoch aufge⸗ ſtapelt am Ufer liegen, in den Raum der dicht am Ufer ankernden Schiffe heben. Es höͤrt das nicht auf das ganze Jahr, außer allein, wenn der harte Winter ſeine Eisdecke über den Fluß gelegt hat, denn die Stadt treibt anſehnlichen Handel mit Korn und andern
Landes⸗Produkten, ſowie mit Kohlen, welche aus einem
nahe gelegenen Bergwerke gewonnen werden.
Wenn man das muntere Treiben am Hafen, die zahlreichen Kähne mit ihren Maſten, das rüſtige Schaf⸗ fen und Zugreifen der Laſtträger und Arbeiter, die un⸗ geheuren Maſſen der über einander geſchichteten Korn⸗ ſäcke, die zahlreichen Korn⸗Wagen genugſam betrachtet hat, und ſich dann nach dem Markte ſelbſt wendet, ſo kann man ſich faſt einbilden, man ſei in eine von jenen alten prächtigen Reichsſtädten verſetzt worden, welche vormals im Mittelalter, und ſelbſt bis auf den heuti⸗ gen Tag noch zu den größten Zierden des Vaterlands gehören. Seite an Seite ragen ſtattliche, maſſiv aus
Quaderſteinen aufgeführte, häufig mit allerlei Bilder⸗ Arbeit verzierte Häuſer empor, mit hohen Giebeln, die ſich pyramiden⸗ähnlich über die Fronten erheben. Das ſchoͤne Rathhaus breitet ſich aus mit ſeinen gewaltigen Steintreppen, ſeinen hohen gothiſchen Fenſtern, und dem prächtigen Thurme von zierlich durchbrochener Ar⸗ beit mit der alten Uhr, deren Glocke ſchon ſo manche gute und boͤſe Stunde geſchlagen hat. Daneben an der Seite des Rathhauſes ragt ein rieſiges Bildwerk aus Stein, geharniſcht und ein ungeheures zweihändi⸗
ges Schwert in der Fauſt, die Rolands⸗Säule,
das alte Wahrzeichen vormaliger Reichsfreiheit de
—


