8¹ Hans ließ ſich durch die Komödie, die der Farmer
ſo frech aufführte, völlig täuſchen, und zweifelte keinen Augenblick daran, daß die Heerde über Nacht von Die⸗ ben fortgetrieben ſei. Er verwünſchte und bereute auf's Bitterſte ſeine Nachläſſigkeit und Schläfrigkeit, konnte aber nun, da einmal das Unheil geſchehen war, nichts weiter thun, als ſich dem Farmer anzuſchließen, und ihm auf der Fährte der Thiere zu folgen.
„Es wird uns nichts nützen, bis an die Furth vor⸗ zudringen,“ ſagte Mr. Blunt nach einer Weile.„Die Fährten ſind da, aber wenigſtens ſchon vier oder fünf Stunden alt. Da die Entfernung bis zur Furth nur anderthalb Stunden beträgt, ſo liegt's auf der Hand, daß die Hallunken von Spitzbuben längſt ihre Beute in Sicherheit gebracht haben. Kehren wir um! Es iſt nichts mehr zu machen. Aber du, Schurke,“ wendete er ſich drohend zu Hans,—„du ſollſt mir für den Schaden aufkommen. Keinen Cent Lohn bekommſt du von mir, und außerdem packſt du dich augenblicklich von meinem Gehöfte fort. Ein Glück nur, daß ich deinen Lohn immer inne behalten habe! Fort jetzt aber aus meinen Augen, oder ich ſchieße dich nieder, wie einen tollen Hund!“
Hans war wie vernichtet von dieſem auf's Neue über ihn hereinbrechenden Unglück, das er freilich ſelber verſchuldet hatte, wie er meinte, das ihn aber trotzdem zu Boden drückte. Er wagte keinen Einwand gegen den Farmer zu machen, ſondern wandte ſich laut ſchluch⸗ zend ab, und wanderte verzweiflungsvoll in der Richtung nach dem Miſſiſſippi zu. Als er ſich außer Hörweite befand, lachten der Farmer und ſeine Söhne laut und höhniſch hinter ihm her.
Jenſeit des Meeres. 6


