Aber es ſollte anders kommen, anders, als er ge⸗ hofft und erwartet. Hans hatte jenſeit des Meeres nun zwar ſchon Einiges gelernt, namentlich zu arbeiten, aber die ſchlaue Niedertraͤchtigkeit, die einen nicht ſelte⸗ nen Charakterzug bei den Amerikanern bildet, wußte er noch immer nicht genau genug zu durchſchauen.
Noch war es nicht ſo kalt im Freien, daß man das Vieh über Nacht hätie in die Ställe treiben müſſen. Pferde und Rinder blieben alſo im Freien, mußten aber dort überwacht werden, weil, wie Mr. Blunt behauptete, auf den nächſten Anſiedelungen in neueſter Zeit manch⸗ mal Vieh⸗Diebſtähle, ſtattgefunden hätten. Man mu⸗ thete Hans nicht zu, jede Nacht die Wache zu über⸗ nehmen. Mr. Blunt, ſeine Söhne und Hans wachten abwechſelnd.
„Seht Euch wohl vor, Mann,“ ſagte Mr. Blunt eines Abends zu Hans, als dieſen gerade die Reihe traf, Wache zu ſtehen.„Ein Nachbar hat mir erſt heute geſagt, daß die Pferde⸗ und Ochſendiebe immer frecher und frecher werden. Ihr ſeid mir verantwortlich für mein Vieh, alſo haltet hübſch die Augen offen, und ſobald Ihr etwas Verdächtiges wahrnehmt, feuert die Flinte ab zum Signale für uns.“
„Schon recht,« verſetzte Hans.„An Wachſamkeit von meiner Seite ſoll es nicht fehlen.“
Bevor er die Wache im Freien antrat, nahm er ſein gewöhnliches Abendeſſen ein, und trank eine Portion heißen Thee, den Frau Blunt, wie ſie ſagte, ganz be⸗ ſonders für ihn gekocht hatte. Der Thee war in der That weit beſſer und ſtärker, als gewöhnlich,— hatte aber einen unangenehmen Beigeſchmack, der Hans an⸗ widerte, ſo daß er nicht ſehr viel davon trinken konnte.


