Druckschrift 
Jenseits des Meeres : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Würmchen Nachts zu ſchreien anfing, was denn alle Mal einen heilloſen Spektakel zur Folge hatte. Die nächſten Paſſagiere ſchimpften bald auf die unſchuldi⸗ gen Kinder und ihre Eltern, geboten Ruhe, und verdop⸗ pelten dadurch nur den Lärmen. Andere Paſeagiere, die von dem Zanken und Streiten aufwachten, ſchimpf⸗ ten nun ihrerſeits wieder auf die Ruheſtörer, und ſo ging das Lärmen durch das ganze Zwiſchendeck eine geraume Zeit fort, bis nach und nach wieder Stille eintrat, aber nur, um vielleicht ſchon einige Minuten darauf von neuem Kinder⸗Geſchrei und neuem, daraus folgendem Spektakel unterbrochen zu werden. Wie es da mit dem Schlafen beſtellt war, kann ſich ein Jeder leicht denken, und Hans verließ manchmal voller Ver⸗ zweiflung das Zwiſchendeck, und begab ſich nach Oben, um dort, wenn auch nicht den Schlaf, doch wenigſtens freie Luft und Ruhe zu finden.

Endlich, nachdem das Zwiſchendeck ſo voll von Paſſagieren und ihrem Gepäck geſtopft war, daß die vollkommene Unmöglichkeit auf der Hand lag, noch Mehreres unterzubringen, machte der Kapitän desBal⸗ timore Anſtalt, die Anker zu lichten. Das Schiff glitt die Elbe hinunter und erreichte nach einigen Stun⸗ den die offene See, welche Hans mit wahrem Ent⸗ zücken begrüßte, da er ſich der Hoffnung hingab, daß nun wohl das Schlimmſte von der ganzen Ueberfahrt überſtanden ſei. Er ſollte indeß bald anderer Meinung über dieſen Punkt werden. 1

Als die Nacht einbrach, erhob ſich der Wind ſtär⸗ ker und jagte dunkle Wolken vor ſich hin, die ſich in heftigem Regen entluden. Der Aufenthalt oben wurde dadurch ſehr unangenehm, und Hans begab ſich deß⸗

2*