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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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aber er ahnte nicht, daß Baſtel eben in der Arbeit die einzige Zerſtreuung und das Vergeſſen ſeiner frohen, beſeligenden Hoffnungen ſuchte. In der Arbeit allein fand er dieß, und darum ruhete er nicht, nicht Tag noch Nacht, bis die äußerſte Erſchöpfung endlich ihn inne zu halten zwang. Seine Geſundheit litt freilich unter ſo raſtloſer Anſtrengung, und Herr Brockhuſen ſelber mahnte ihn, ſich doch mehr zu ſchonen, aber Ba⸗ ſtel ſchüttelte nur ſchmerzlich lächelnd den Kopf, und ſturzte ſich immer wieder von Neuem in den Drang der Geſchäfte.

Ein halbes Jahr hielt er's aus, obgleich täglich ſeine Wange bleicher und hagerer wurde, und ein müh⸗ ſam verhaltener Schmerz ſeine ſonſt ſo glänzenden Augen trübte; aber als ein neuer Frühling wiederkehrte, als die Bäume ihr grünes Gewand anlegten über Nacht, und die Droſſel hell flötend aus den höchſten Wipfeln ſang, da war er mit ſeiner Kraft zu Ende.

Oh, es iſt wohl Alles gut und prächtig hier, dachte er,viel beſſer und unendlich reicher, als in den armen Thälern daheim, nur Eines fehlt mir, die rechte Freude daran und das rechte Glück!«

Mit dem Erwachen des Frühlings erwachte die kaum gedämpfte Sehnſucht in Baſtels Herzen mit neuer, unwiderſtehlicher Gewalt; der Ruf der Droſſel, dem er ſonſt mit Entzücken gelauſcht, erfüllte jetzt ſein Herz mit dem bitterſten Weh, dem Heimweh; er konnte nicht mehr; die Bande, die er ſelbſt um ſein Herz ge⸗ ſchlungen, wurden geſprengt von der übermächtigen Ge⸗ walt ſeiner Gefühle, und er brach zuſammen. Ein heftiges Nervenfieber warf ihn nieder er ſchwebte Wochen hindurch am Rande des Grabes, und nur die