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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſteilen Hängen mit dichten Waldesgrün, aus welchem hie und da ſchroff und zerklüftet, röthlich ſchimmernde Felsklippen heraus traten, ragten hoch oben auf dem Gipfel eines mächtigen Hügelrückens die Zinnen und Mauern einer prächtigen, alten, aber noch wohl erhal⸗ tenen Ritterburg mit hohem, Alles beherrſchendem Thurme, auf deſſen vergoldeter Fahne ein Sonnenſtrahl funkelte

gleich einem blitzenden Sterne. Mächtig und groß

ſchaute das rothe Gemäuer aus ſeiner Höhe hernieder in das grüne, rings von Berg und Fels eng einge⸗ ſchloſſene Thal, aus einiger Entfernung rauſchte das Wehr einer Mühle herüber, in den nahen Büſchen ſangen die Vögel mit doppelter Luſt, große Schmetter⸗ linge, wundervoll ſchimmernd und ſchillernd in den prächtigſten, brennendſten Farben, gaufelten leichtbe⸗ ſchwingt von einer Wieſenblume zur andern, und hoch in den Lüften, hoch noch über dem hochragenden Schloſſe ſchwamm ein ſtattlicher Weih mit unmerklichem Flügel⸗ ſchlage, und zog ſtill ſeine regelmäßigen, ſchwebenden Kreiſe.

Vater, welch ein wunderbar herrliches Bild!« rief Adelbert nach einer Pauſe ſtummer Verwunderung aus. Jetzt wirſt du mich gewiß nicht mehr auslachen und mich einen närriſchen, überſpannten, ſchwärmeriſchen Jungen ſchelten, weil ich mich ſo ſehr nach den Harz⸗ bergen ſehnte. Wo in der Welt kann es ſchöner ſein, als hier in dieſen Thälern? Hier zu wohnen, zu leben, täglich von Neuem die Schönheit der Natur im Her⸗ zen zu empfinden, täglich von Neuem die erfriſchende Waldluft zu athmen, gibt es denn etwas Köſtlicheres!«

»Gewiß iſt es ſchön, die Herrlichkeit einer ſolchen Natur in ſich aufzunehmen, und die Seele daran zu erquicken,« entgegnete der Vater.Aber fern von aller