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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Welt ſein Leben in ſolchem Thale, wie reizend es auch ſein mag, nur zu verträumen und in Gefühlen zu ſchwelgen, das würde auf die Dauer doch langweilig werden. Vollends im Winter, wenn dieſe Berge, an⸗ ſtatt wie jetzt mit friſchem Gruͤn, mit einer kalten, weißen Schneehülle bedeckt ſind. Nein, mein Sohn! Alles zu ſeiner Zeit! Auch das Leben fordert ſein Recht, und nicht die Schönheit der Natur, ſondern nur eine geregelte Thätigkeit vermag auf die Dauer wahrhaft glücklich zu machen.

Wenn ich nun aber zum Beiſpiel ein Jäger oder ein Köhler würde?« ſagte Adelbert.Wäre da nicht Alles vereint, um mich vollſtändig zu befriedigen? Ar⸗ beit und Naturgenuß, Beides würde Hand in Hand gehen, und Eines das Andere ergänzen!

Sehr richtig, antwortete der Vater.Wenn du in dieſen Wäldern geboren und auferzogen wäreſt, ſo würde ein ſolcher Lebensberuf dir wohl auf die Dauer genügen können. Aber du biſt unter ganz anderen Umgebungen, unter ganz anderen Verhältniſſen aufge⸗ wachſen, und ich meine, Jeder müſſe die Stelle aus⸗ zufüllen ſuchen, auf welche ihn der Wille Gottes ver⸗ ſetzt hat. An eine große, lebhafte Stadt, und an ſo manche Bequemlichkeit gewöhnt, die du erſt recht ver⸗ miſſen wurdeſt, wenn du ſie entbehren müßteſt, könnte es nicht ausbleiben, daß du des einſamen und mühe⸗ vollen Lebens in den Wäldern ſehr bald überdrüſſig werden und dich nach Hauſe, in deine Heimath und die gewohnten Verhältniſſe zurückſehnen wuͤrdeſt. Jeder in ſeiner Weiſe, lieber Adelbert! Dein Beruf ſcheint mir zu ſein, dereinſt in meine Fußtapfen zu treten, und im Verkehre mit fremden, fernen Ländern der Welt