1 bald nur in feinen bebenden Schwingungen, immer aber lieblich, rein und harmoniſch aus dem Waldesdickicht erklangen. Da ſchlug ein Hund an— die kräftige Stimme eines Menſchen erſchallte— das Glockengeläut tönte in unmittelbarer Nähe, und ſiehe, aus Buͤſchen hervor da und dort, trat eine zahlreiche Heerde glatter gehörnter Rinder, blickte mit großen frommen Augen die fremden Wanderer im Thale an, und beugte dann gelaſſen das breitgeſtirnte Haupt, um das üppige duf⸗ tende Gras zu weiden, das auf⸗ und abwärts am Ufer des Baches ſproßte.
„Eine Heerde! Eine Rinderheerde mit Glocken am breiten Ledergurte um den Hals!« rief Adelbert aus. „Sieh', Vater! Nimmer hätte ich gedacht, daß das ſo wunderbar zart und lieblich erklingen könnte!“
Noch horchten ſie eine gute Weile den anmuthigen Tönen, bis die Heerde ſich weiter entfernte, wieder tie⸗ fer in das Dickicht eindrang, und das zauberhafte Tö⸗ nen in den leiſeſten Schwingungen verhallte; dann ſetzten ſie ihre Wanderung auf den blumenreichen Wie⸗ ſen fort, immer am Bache aufwärts entlang, vorüber an einzelnen Mühlen, deren luſtiges Geklapper das Echo weckte, während die großen Mühlräder im raſchen Schwunge Miriaden blitzende Diamanten von ſich ſprühe⸗ ten, und jetzt, bei einer Steigung des Weges, wo das bisher enge Thal zu beiden Seiten weiter ſich öffnete, jetzt blieb Adelbert plötzlich ſtehen, ſtieß einen Schrei der Ueberraſchung und Bewunderung aus, und deutete mit empor gehobener Hand in die Weite nach Oben.
.»Mein Gott, Vater, Mutter, ſeht doch, wie ſchön!“ rief er aus.
Und ſchön war freilich, was zer erblickte. Ueber


