18 ten aus den Kelchen der Blüthen; ein leichter blauer Duft lag auf den ferneren Hügeln; aus den kühlfri⸗ 4 ſchen, ſchattigen Baumwipfeln, von allen Seiten rings⸗ 3 um, ſchmetterte das Lied der geflügelten kleinen Sänger des Waldes; die Amſel flötete, der Fink jubelte hell hinaus in die Lüfte, die Nachtigal ſaß im dichten Er⸗ lengebüſche, und ſang in tiefen, herzergreifenden Tönen Aat den ſüßeſten Wohllaut; der Ruf des Kuckucks erklang weit, weit von drüben her, aus waldigem Berghang;
— es litt Adelbert nicht im bequemen Reiſewagen, deſ⸗ ſen Raſſeln ihn ſtörte; er ſprang hinaus, die Eltern folgten ihm, und der Wagen fuhr eine Strecke voraus. Nun war's erſt recht ſchoͤn, da kein fremdes Ge⸗ räuſch mehr ſtörend und verwirrend das liebliche Con⸗ cert des Waldes übertönte! Mit Entzücken lauſchte, ſchaute, horchte Adelbert, und oft blieb er ſtehen, Blick und Gedanken tief in die Fülle der ihn umringenden Herrlichkeit zu verſenken. Lieblicher rauſchte jetzt der Bach, voller und klarer klangen die Lieder der Vögel, und jetzt,— was war das?— Fernes Glockengeläut, unnd heller und tiefer, allmählich näher und näher dringend, jetzt hier, jetzt dort, zauberhaft tönend aus dunklem Grün bald hoch herab vom Bergeshang, bald aus der Tiefe des kleinen Seitenthales herauf, und ſeht ganz nahe aus dichtem Haſelgebüſch neben dem ege... „Was iſt das?« fragte Adelbert, ganz wie verzau⸗ bert von den lieblichen Klängen, die er noch nie ver⸗ nommen.„Kann das irdiſche Muſik ſein? Horche nur, Vater! Horche Mutter! Was iſt dies!« Auch die Eltern ſtaunten und lauſchten den frems⸗ artigen Toͤnen, die bald tiefer, bald heller, bald lauter,
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