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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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»Nächſte Woche iſt dein Geburtstag; wer weiß, was er dir Schönes bringt?«

Adelbert ſtrahlte. Die Andeutung der Mutter erfüllte ſein Herz mit den ſüßeſten Hoffnungen, und eifriger als je las er in ſeinen Harzbüchern, und verträumte ganze Stunden darüber.

»Ja, wer ſo ein Köhler wäre!« dachte er ſtill in ſich hinein.Ein Köhler mitten im tiefſten Walde,

deſſen Herr und Meiſter er iſt. Was muß der nicht

Alles erleben und ſehen, während er ſeine Meiler auf⸗ bauet, den Brand entzündet und ſorgſam wacht, daß die innere Gluth nicht zu Tage bricht! Die ſcheuen Thiere des Waldes kommen zu ihm gewiß ohne alle Furcht, denn er verfolgt ſte nicht und tödtet ſie nicht, wie der erbarmungsloſe Jäger! Wenn ich ſolch' ein Köhler wäre! Ich baute mir eine grüne Hütte im Walde, recht im Schutz und Schatten einer breit⸗ wipfligen Eiche oder Buche; dann zähmte ich mir Hirſche und Rehe, und allerlei andere Thiere der Wildniß; die kleinen Vögel, die ſo hübſch ſind und ſo ſchön ſingen, würde ich an mich locken, und ihnen reichlich Futter

ſtreuen, bis ſie ſo zahm würden, daß ſie ſich auf meine

Hand und meine Schultern ſetzten; und Abends würde ich mir dann ſchöne Mährchen und Geſchichten von den anderen Köhlern, von den Bergleuten und den Jägern erzählen laſſen, die mich in meiner Einſamkeit beſuchten. Oh, kommen ſollten ſie ſchon zu mir, da⸗ für wollt' ich ſorgen, denn der Vater iſt ja reich und würde es mir gewiß an Nichts fehlen laſſen, während ich Alles herzlich gern mit ihnen theilen wuͤrde, nur um ihre ſchönen Geſchichten zu hören, vom wilden Jaͤger, von Elfen und Zwergen, von den Rieſenjung⸗