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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Ei, es ſtirbt ſich nicht ſo ſchnell, närriſcher Junge,« erwiederte die Mutter lächelnd.Ueberhaupt iſt es für dieſes Jahr zu ſpät, noch eine Harzreiſe anzutreten. Im Oktober iſt's kalt in den Bergen, und du würdeſt dich bald aus den feuchten Thälern und nebligen Schluchten nach Hauſe zurückſehnen. Habe Geduld bis zum nächſtem Fruhjahr, dann wollen wir weiter von der Sache reden, und vielleicht, wenn du während des Winters recht fleißig und brav wareſt, macht dir der Vater die Freude, deinen Wunſch zu erfüllen. Du weißt ja, er iſt ſo gut!«

Bis zum nächſten Frühjahre war freilich noch eine lange Zeit, aber Adelbert ſah wohl ein, daß er bis dahin warten müſſe, denn der Oktober brachte ſchon in den nächſten Tagen kalte Regengüſſe, die nichts weni⸗ ger als zum Reiſen einluden. So vertröſtete er ſeine Sehnſucht bis auf Weiteres, gab ihr aber auch immer neue Nahrung, indem er alles Mögliche las, was er. ſich über das Harzgebirge und deſſen Schönheiten und Eigenthümlichkeiten verſchaffen konnte. Als dann end⸗ lich nach langem Harren der Frühling wirklich kam, als er die Bäume wieder in friſches Grün kleidete und mit dem warmen Sonnenſtrahle die bunten Blu⸗ men aus dem Schooße der Erde hervorlockte, als die Luft wieder milder wehte und ein blauer Himmel wol⸗ kenlos über die geſchmückte Erde herab lächelte, da ließ es Adelbert keine Ruhe mehr.

»Mutter, der Fruͤhling iſt da! ſagte er.Weißt du noch, was du mir im vorigen Herbſte verſprochen haſt? Wie ſchön und herrlich muß es jetzt in den Bergen und Thälern des Harzes ſein!«

Geduld, Geduld, vertroͤſtete lächelnd die Mutter.