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„Halt! Nicht ſo raſch, Doktor! Und Sie auch, Wunderlich? Sie wollen auch fort?«
»Nun ja doch! Es iſt ja Alles bezahlt, wie Sie ſagen!«
„Gewiß, was ſich bezahlen läßt,« ſprach Herr Rempelmeier, und ſein Geſicht nahm plötzlich einen an⸗ deren Ausdruck, den Ausdruck der tiefſten Rührung an. Seine Augen ſtrahlten, ſeine Lippen bebten.—„Dok⸗ tor! Wunderlich! Wilhelm, mein Sohn! Beſte Muhme! Alter treuer Leonhard!“ rief er mit zitternder Stimme —„Ihr konntet wirklich, alſo wirklich glauben, daß der alte Rempelmeier noch nicht ganz kurirt ſei? Ich ſagte Euch doch, daß ich's wäre: ganz und gar, von Grund aus und für immer! Und doch noch Miß⸗ trauen? Das ſchmerzt! Ei ja doch, ja doch! Ich habe Euch bezahlt, was zu bezahlen war, wiederhole ich,— aber kann ich denn die Liebe und Sorgfalt bezahlen, die mir dieſer brave Junge und ſeine Mutter und der alte Brummbart da bezeigt haben? Meint Ihr denn, daß ich, weil ich geizig war, recht geizig, daß ich, ſage ich, nun auch ein Herz von Stein haben muͤßte! Meint Ihr denn, ich hätte ungerührt bleiben können bei ſo vieler Liebe, Treue, Sorgfalt und Uneigennützigkeit? Nein, nein, nein! Ihr ſollt beſſer vom alten Rempel⸗ meier denken lernen! Die Augen ſind mir aufgegangen! Ich habe eingeſehen, und hier fühle ich's, daß die Liebe guter Menſchen mehr werth iſt, als alles Gold! Was
wäre ich, wenn dieſer Knabe nicht edelmüthig über mich
gewacht, und mir Böſes mit Gutem vergolten hätte? Nicht viel mehr, als ein Bettler, oder eine Leiche! Wil⸗ helm, mein Sohn— hierher— an mein Herz! Du


