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„Wollen ſehen, wollen ſehen, Doktor,“« ſagte Herr Rempelmeier, der trotz des Flüſterns die leiſe geſpro⸗ chenen Worte vernommen hatte, mit einem ſeltſamen Lächeln.„Aber du, Wilhelm,— warum greifſt du nicht zu? Das Geld gehört dir!«
Wilhelm war abwechſelnd bleich und roth gewor⸗ den, und ſchien im Innerſten verletzt.
„Nicht Alles, da Sie mich doch bezahlen wol⸗ len, Herr Rempelmeier,“ entgegnete er.„Ein freund⸗ liches Wort des Dankes wäre mir lieber geweſen, als alle das viele Geld! Nun, gleichviel! Hier nehme ich vier Louisd'or für mich und meine Mutter! Ich glaube, die haben wir als Tagelohn verdient. Für Ihre Groß⸗ muth muß ich danken, Herr Rempelmeier.“
„Stolzer Junge! Hm! Hm!“ murmelte dieſer, ſah aber nicht im geringſten böſe aus, ſondern warf einfach die übrigen ſechszehn Louisd'or wieder in das Käſtchen, aus dem er ſie genommen hatte.„Jetzt zu Euch, Mei⸗ ſter Leonhard. Was bekommt Ihr von mir? Sprecht geradezu! Ihr habt doch auch Manches verſäumt wäh⸗ rend meiner Krankheit.“ 4 „Pah, das iſt ja nicht der Rede werth!“ erwiederte
Meiſter Leonhard treuherzig.„Nachbar⸗Pflicht! Ganz einfach! Schon recht! Ich mag nichts, brauch nichts, und will nichts, ſondern ſage ſchönen Dank, Herr Rempelmeier.“
„Nun denn, ſo wären wir ja fertig! Alles bezahlt!“ ſagte dieſer, ſehr erfreut dem Anſcheine nach.
„Ja, Alles bezahlt!« ſprach der Doktor trocken, und griff nach ſeinem Hute.„Empfehle mich, Herr Rempelmeier!“.


