Druckschrift 
In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

119

zehn Uhr ein, um nöthigen Falls noch ein gutes Wort für Wilhelm einlegen zu können. Wilhelm, ſeine Mut⸗ ter und der alte Leonhard waren bereits zugegen, und plauderten mit Herrn Rempelmeier, der ziemlich ver⸗ gnügt ausſah, obgleich es doch jetzt an's Bezahlen ge⸗ hen ſollte, eine Heiterkeit, über die ſich der Doktor im Stillen nicht wenig verwunderte.

Nun, da ſind Sie ja, meine Herren! rief ihnen Herr Rempelmeier entgegen.Sein Sie willkommen! Setzen Sie ſich! Und nun ohne Weiteres an's Geſchäft! Ihre Rechnung, Doktor!

Der Doktor legte ſie ſchweigend vor ihn hin; Herr Rempelmeier warf nur einen Blick darauf, und zahlte dann den Betrag der angeführten Summe in blanken Goldſtücken auf den Tiſch. Dann nahm er eine koſt⸗ bare Tuchnadel, die mindeſtens den dreifachen Werth des Geldes hatte, und überreichte ſie dem Doktor, der über dieſe unerhörte Freigebigkeit des geizigen Herrn Rempelmeier wie aus den Wolken gefallen war.

Nehmen Sie nur, nehmen Sie, lieber Herr Dok⸗ tor, ſagte er.Ich bin kurirt, vollſtändig kurirt, und dieß danke ich Ihnen, und.. Denen da, die mich pflegten. Die Rechnung mit ihnen wollen wir auch in's Reine bringen, und zwar unverzüglich. Hier ſind zwanzig Louisd'or, Wilhelm! Nimm hin! Und ich denke, nun ſind wir quitt, und ich habe dich ziemlich großmüthig bezahlt.

Bezahlen und immer bezahlen! Als ob Liebe

ſich bezahlen ließe!« murmelte der Doktor leiſe dem al⸗

ien Wunderlich in's Ohr.Ich ſehe ſchon, er iſt doch noch nicht ganz kurirt.