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„Ich glaub' es wohl,“ ſagte der Advokat Wun⸗ derlich trocken.„Sie haben's auch nicht verdient an Ihren Verwandten, gewiß nicht.“
„Weiß, weiß!“ entgegnete Herr Rempelmeier.„Thut aber nichts!“ 3
Mit dieſen Worten drehte er ſich mit dem Geſicht nach der Wand um, und ſprach den ganzen Tag keine Sylbe mehr.
Wieder vergingen ein paar Wochen. Endlich konnte Herr Rempelmeier ſein Bett wieder verlaſſen, und der Doktor erklärte ihn für geheilt.
„Gut!« ſagte er.„Ich fühle mich auch wieder ganz wohl, aber trotzdem,— Sie beſuchen mich doch noch, Doktor? Kommen Sie morgen um zehn Uhr früh, und bringen Sie auch den alten Wunderlich mit. Wir müſſen doch Abrechnung halten, und da iſt's mitunter gut, Zeugen zu haben!«
„Alter Geizhals!“ dachte der Doktor.„Er iſt alſo noch immer nicht klug geworden.“
„Schon recht,« ſagte er dann laut—„ich werde Herrn Wunderlich benachrichtigen. Und Ihre Ver⸗ wandten, Herr Rempelmeier?«
„Werden bezahlt werden; Geduld!“ lautete die kurze Antwort.
Der Doktor ging, innerlich entrüſtet über den un⸗ verbeſſerlichen Geizhals, der dem armen Wilhelm wahr⸗ ſcheinlich nur ein karges Almoſen zuwarf, und damit dann alle empfangenen Liebesdienſte bezahlt zu haben glaubte. Dennoch ſtellte er ſich am anderen Morgen in Begleitung des Advokaten Wunderlich pünktlich um


