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„ mein Gold? Die Räuber haben mir Alles genommen!— Alles! Ich bin ein verlorener Mann!«
„Nicht doch, Herr Rempelmeier! Es iſt ja Alles wohl geborgen hinter Schloß und Riegel!“ entgegnete 3 Wilhelm.„Erinnern Sie ſich nur! Die Spitzbuben ſind gefangen und haben Alles wieder herausgeben* müſſen!«—
„Ach ja, ja!« ſagte Herr Rempelmeier, deſſen Auf⸗ regung ſich milderte, als er ſich die letzten Scenen der vergangenen Nacht in's Gedächtniß, freilich ein wenig
mühſam, zurückrief.„Aber, lieber Wilhelm, ich bitte dich, zeige mir die Käſtchen! Zeige ſte mir! Am Ende haben ſie doch etwas mitgenommen! Ich bitte dich..!«. „Sogleich, Herr Rempelmeier! Bleiben Sie ganz ruhig liegen, ich hole die Käſtchen, oder Meiſter Leon⸗ hard ſoll ſie holen,— hier iſt der Schlüſſel zum Schranke!“ Mit ſtarren Blicken ſchaute Herr Rempelmeier hin⸗ 1 ter Leonhard drein, als derſelbe in das Zimmer hinaus eilte; aber ein Schrei des Jubels und des Entzückens brach über ſeine bebenden Lippen, da er mit den wohl⸗ bekannten Käſtchen zurückkehrte. Herr Rempelmeier riß ſie ihm aus den Händen, öffnete mit zitternder Hand den Deckel, und jubelte, jauchzte von Neuem, als er mit Einem ſtrahlenden Blicke ſein Eigenthum unange⸗ taſtet wieder vor ſich ſah. Einige Augenblicke weidete er ſich an dem ihm ſo bezaubernden Anblicke; dann aber wurde die Aufregung zu mächtig über ihn, er ſtieß einen Seufzer aus, und ſank ohnmächtig in die Kiſſen ſeines Bettes zurück. Die beiden Käſtchen mit ſeinen Reichthümern hielt er aber ſo krampfhaft, daß Leonhard ſie ihm nur mit Mühe entwinden konnte.


