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das ganze Zimmer überſehen konnte, ſobald Licht hin⸗ ein gebracht wurde. Es dauerte nicht lange, ſo ver⸗ nahm man ein leiſes Geräuſch, und gleich darauf ſchob ſich das Getäfel der einen Wand aus einander, und der gedämpfte Lichtſchimmer einer Blendlaterne fiel in hellen Streifen in das Gemach. Dem Lichtſchimmer folgten der Kellerwirth und ſein Sohn. Sie hatten ſich die Geſichte geſchwärzt, um im Nothfall nicht er⸗ kannt zu werden. Mit unhörbaren Schritten traten ſie ein, und ihr erſtes Geſchäft war, daß ſie die weit offen ſtehende Thür der Kammer, in welcher Herr Rempel⸗ meier ſchlief, leiſe zudrückten, ſo daß der Lichtſchimmer der Laterne ſie nicht verrathen konnte. Nachdem dieſe nothwendige Vorſichtsmaßregel getroffen war, gingen ſie raſch an's Werk. Karl bezeichnete den Wandſchrank, wo die Schätze aufbewahrt wurden, und ſein Vater nahm die Dietriche zur Hand. Fünfe bis ſechſe pro⸗ birte er; keiner ſchloß. Endlich knackte es, die Riegel wichen, und knarrend öffnete ſich die Thuür des Wand⸗ ſchranks. Mit gieriger Hand tappte der Kellerwirth hinein und zog mit triumphirendem Lächeln das Käſt⸗ chen hervor, in welchem er die Juwelen vermuthete. Auch täuſchte er ſich nicht. Als er den Deckel zurück⸗ warf, blitzten ihm die funkelnden, edeln Steine blendend entgegen, und ein nur mühſam unterdrückter Ausruf des Entzückens glitt über ſeine Lippen.
Noch weidete er ſeine Augen an dem köſtlichen An⸗ blicke, als plötzlich die Kammerthür wieder geöffnet wurde, und eine lange, weiße Geſtalt mit der Nacht⸗ mütze auf dem Kopfe und in bloßen Strümpfen auf der Schwelle erſchien. Die Diebe hörten und ſahen nichts, ſo ſehr waren ſie in das Anſchauen des erbeu⸗


