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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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teten Schatzes vertieft, während Herr Rempelmeier, denn er war die weiße Geſtalt, die wie ein Geſpenſt aus der Kammer getreten war, plötzlich einen lau⸗ ten, kreiſchenden Schrei ausſtieß, und mit blinder Wuth auf die ihm den Rücken zukehrenden Diebe zuſtürzte. Sich umwenden, wie ein Tiger auf Rempelmeier los⸗ ſpringen, ihn zu Boden reißen und ſeine Hände und Füße knebeln, war für den Kellerwirth, einem ſtarken, athletiſchen Kerl, das Werk einiger Augenblicke.

Räuber! Mörder! ſchrie Herr Rempelmeier, in⸗ dem er ſich mit verzweifelter, aber vergeblicher Anſtren⸗ gung gegen ſeinen Angreifer wehrte, der ihn mit Rie⸗ ſenkraft am Boden feſthielt, und ihm jetzt das Tuch zwiſchen die Zähne ſtopfte.

Um Gottes willen, flüſterte Leonhard dem Kom⸗ miſſär zu,ſollen wir nicht zuſpringen?

Nein, nein, erwiederte dieſer eben ſo leiſe.Es geſchieht ihm nichts! Seine Lage iſt zwar ein wenig unbequem, aber wir werden ihn bald daraus erlöſen. Da, ſehen Sie, die Schelme laſſen ihn ſchon wieder los! Still! 3

In der That, nachdem Herr Rempelmeier gebunden und geknebelt war, ſo daß er nur noch ein halb erſtick⸗ tes Grunzen hervorbringen konnte und ſich kaum noch zu rühren vermochte, ließ ihn der Kellerwirth achtlos wie ein Scheit Holz liegen, und kehrte zu dem Wand⸗ ſchrank zurück, den er mit ſeinem Sohne in größter Bequemlichkeit und ohne alle Eile unterſuchte. Außer einigen anderen Koſtbarkeiten fanden ſie noch ein Käſt⸗ chen mit Goldſtücken angefüllt, die ſie mit vergnügtem Grinſen in ihre Taſchen ſteckten, und nun endlich, als

der Schrank vollſtändig ausgeräumt war, ſchloſſen ſie