Die Thür zu den Gemächern war verſchloſſen, wie
man erwartet hatte; aber einer von den Begleitern des Kommiſſärs öffnete ſie ſo ſchnell, ſo leicht und geräuſch⸗ los, als ob er ein Zauberer wäre. Eben ſo die zweite und dritte Thür, deren obere Hälfte mit einem Fenſter verſehen war.
„Vortrefflich!« ſagte der Kommiſſär leiſe.„Von hier aus kann man alſo das ganze Zimmer über⸗ ſehen?“
„Ja,“ erwiederte Leonhard.„Und uns gerade ge⸗ genüber liegt die Schlafkammer des Herrn Rempel⸗ meier.“—
»Das wiſſen Sie gewiß?«.
„Ganz gewiß!« 4
„Gut, ſo wird hier Halt gemacht,« ſprach der Kom⸗ miſſär, und wendete ſich dann zu den mitgebrachten Begleitern, die Alle mit Waffen wohl verſehen waren. „Ihr bleibt hier, Leute, und verhaltet Euch vollkommen ruhig,“ befahl er.„Ich kehre indeß in die Werkſtatt zurück, werde aber im rechten Augenblicke wieder hier ſein. Kommen Sie, Meiſter Leonhard, und du auch, Wilhelm.“
Geräuſchlos, wie ſie gekommen, begaben ſie ſich wie⸗ der nach unten, und der Kommiſſär nahm wie vorhin ſeinen Poſten an der Klappe ein.
»Aber die Hintertreppe!“ ſagte Meiſter Leonhard. „Wollen Sie die nicht bewachen laſſen?«
„Alles beſorgt,“« erwiederte der Kommiſſär.„Man
wird die Schelme unbehindert hinauf, aber nicht ſo wie⸗
der herunter laſſen. Aber ruhig jetzt!“ „Alle ſchwiegen, und bei der tiefen Stille der Nacht vernahm man jedes Geräuſch, was von unten aus dem


