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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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des Hauſes gezogen war, hatte Karl Günther eine Bekanntſchaft mit Wilhelm anzuknüpfen geſucht, und es war ihm auch gelungen, den argloſen Knaben ein paar Mal in die Schenke unter der Erde mitzunehmen. Aber das Treiben da unten ſagte Wilhelm nicht zu. Er hörte und ſah ſo Manches von den rohen Gäſten, was ihm die Röthe der Scham auf die Wangen trieb, während Karl nur darüber lachte, und ſchon nach dem zweiten Beſuche empfand er einen heftigen Widerwillen nicht nur gegen den Beſuch des Kellers, ſondern auch gegen Karl ſelber, der ihn dort hingeführt hatte. Er zog ſich von ihm zurück, und ging ihm ſo viel wie möglich aus dem Wege. Der alte Leonhard, nachdem er deſſen Bekanntſchaft gemacht hatte, beſtärkte ihn noch in ſeiner Abneigung gegen Karl, und lobte ihn, daß er ſich von dem Burſchen fern hielt.

Er iſt ein Taugenichts,« ſagte er, als einmal zwiſchen ihnen die Rede auf ihn kam; ver lügt und ſtiehlt, ich weiß es aus eigener Erfahrung, und ein ſolcher Umgang paßt nicht für dich. Mir darf er nicht über die Schwelle kommen, ſeit ich geſehen habe, daß er der alten Becker'n, Lieſe's Mutter, heimlicher Weiſe hinter ihrem Rücken die Aepfel aus dem Korbe ge⸗ ſtohlen hat. Ich rief ihn herein in die Werkſtatt, nahm ihm die Aepfel ab, regalirte ihn dafür mit dem Knie⸗ riemen und drohte ihm, das nächſte Mal, wo der⸗ gleichen wieder paſſirte, der alten Becker'n Alles zu ſagen. Seitdem hütet er ſich, ſtielt nicht mehr unter meinen Augen und geht mir weit aus dem Wege. Aber ein Taugenichts iſt er geblieben nach wie vor, ich weiß es, denn ich ſehe Manches hier aus meinem Winkel, was andere Leute nicht ſehen, und darum,