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wo es ſo gewaltig und blutig hergegangen war. Dabei wußte ſich Wilhelm allmählig auch nützlich zu machen. Müſſiggang war ſeine Sache nicht; der Trieb zur Thätigkeit war ihm angeboren, und er konnte nicht die Hände im Schooße liegen laſſen, wenn Meiſter Leonhard beim Erzählen ſeiner ſchönen Geſchichten Nadel und Pfriemen handhabte. So gut er konnte, ging er dem alten Freunde zur Hand, wichste die hanfenen Fäden mit Pech zu Schuſterdraht, lernte Schabmeſſer und Pfriemen gebrauchen, und brachte es allmählig ſo weit, daß Meiſter Leonhard meinte, er könne nachgerade ereinen ganz leidlichen Schuſterjungen abgeben. Zuletzt lernte Wilhelm ſogar ganz ordentlich das Schuhflicken, und nun arbeiteten der Alte und der Junge manche Abendſtunde fleißig um die Wette, während Leonhard plauderte und erzählte, und Wilhelm andächtig und bewunderungsvoll zuhorchte. Kurz und gut, Leonhard und Wilhelm waren nach Jahr und Tag trotz der großen Verſchiedenheit ihres Alters die beſten Freunde von der Welt geworden, und liebten einander, wie Vater und Sohn. Es befand ſich aber außer Wilhelm noch Jemand im Hauſe, der gern der Dritte im Freundſchaftsbunde geweſen wäre, oder doch wenigſtens eben ſo gern, wie Wilhelm, den ſchönen Erzählungen des Invaliden ge⸗ lauſcht hätte, wenn es dieſer nur hätte zugeben und dulden wollen. Dies war Günther's Karl, der Sohn des Kellerwirths, der im Hauſe unter der Erde eine Winkelſchenke für Tagelöhner, Arbeitsleute, Eckenſteher und andere Gäſte hielt, die gerade nicht zu dem ehr⸗ baren Stande der Arbeiter gehörten. Zu Anfang, al Frau Engelbert erſt oben hinauf in das Dachſtübchen


