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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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vor ihm Parade machten. Das war ſeine gewöhnliche Sonntags⸗Unterhaltung, und Montags ſaß er wieder im Schutzfell auf dem Schuſter⸗Schemel, und gebrauchte munter ſein Handwerksgeräth, um alte Stiefeln auszu⸗ beſſern, Rüſtern aufzuſetzen oder neue Sohlen aufzu⸗ legen, wenn es abſolut mit den alten nicht mehr gehen wollte. Bei dieſer einfachen, regelmäßigen und arbeit⸗ ſamen Lebensweiſe fühlte ſich der alte Leonhard ganz zufrieden und glücklich, und hatte wohl auch alle Ur⸗ ſache dazu, denn die ganze Nachbarſchaft kannte und liebte das alte, ehrliche, treue, fleißige Soldatenblut, und Keiner ging an ſeiner Werkſtatt vorüber, ohne ihm freundlich zuzunicken oder ihm ein herzliches:»Guten Tag, Vater Leonhard! zuzurufen.

Der alte Schuhflicker war ſo recht ein gefundener Schatz für Engelbert's Wilhelm. Schon in der erſten Woche, nachdem er mit der Mutter in des Herrn Rempelmeier's Haus eingezogen war, hatte er eine Bekanntſchaft mit ihm angeknüͤpft, die ſich bald zu der zärtlichſten Anhänglichkeit und Freundſchaft ſteigerte, ſo daß Wilhelm faſt jeden Abend, wenn ſeine Mutter nicht daheim war, bei dem alten Leonhard zubrachte, wogegen der alte Invalide ſich die Mühe nicht ver⸗ drießen ließ, die Treppen nach dem Bodenſtübchen hinaufzuſteigen, wenn Wilhelm ihn nicht beſuchen konnte. So viel ſtand feſt, daß ſie jeden Abend mit einander zubringen mußten, es hätte ſonſt einem Jeden von ihnen Etwas gefehlt. Der alte Krieger fand Gefallen an dem Jungen, und Wilhelm ſchwärmte für den braven Leonhard, der die wunderſchönſten Geſchichten vom alten Fritze und von den blutigen Kämpfen und Schlachten des ſiebenjährigen Krieges zu erzählen wußte,