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könne. Das kleine Stübchen neben der Werkſtatt ent⸗ hielt nur ſein hartes Bett, das er jeden Morgen mit. ſeinen eigenen Händen zurecht machte, und ein paar alte Möbel, für die eine Trödelfrau keine zehn Mler im Ganzen gegeben hätte. Großen Luxus mit Kleidungs⸗ ſtücken trieb Meiſter Leonhard auch nicht. An Werkel⸗ tagen trug er ſein Schutzfell, und Sonntags eine alte Uniform, die noch aus dem ſiebenjährigen Kriege her⸗ ſtammte, denn Meiſter Leonhard war unter dem alten Fritzen Soldat geweſen, hatte den ganzen ſiebenjährigen Krieg mit durchgefochten, und zuletzt als Feldwebel ſeinen Abſchied genommen, weil er merkte, daß ſeine alten Knochen nicht mehr ſo recht fort konnten, wie in früheren Zeiten. Die Wunden und Strapatzen des Kriegs hatten ihre Nachwehen. Zum Glück brauchte er um ſeinen Lebensunterhalt nicht beſorgt zu ſein. In der Jugend hatte er das Schuhmacher⸗Handwerk gelernt und noch nicht vergeſſen, mit Draht und Nadel, mit Hammer und Meſſer umzugehen. Er miethete die kleine Wohnung im Erdgeſchoß des Hauſes, kaufte einen leidlichen Ledervorrath von ſeinem erſparten Solde, und erwarb nun ſchlicht und recht ſeinen Lebens⸗Unterhalt. Ein zwanzig Jährchen oder noch drüber mochte er ſchon in ſeiner kleinen Werkſtatt gehaust haben, und dort war er auch immer und zu jeder Tageszeit zu finden, außer am Sonntag Vormittag, wo er regelmäßig, in die alte, abgetragene, aber ſtets ſauber gebürſtete Uni⸗ form gekleidet, mit dem Geſangbuche unter'm Arme in die Militar⸗Kirche ging und andächtig ſeinen Gottes⸗ dienſt verrichtete. Nachmittags dann ſaß er, ein kurzes
Pfeifchen ſchmauchend, am Fenſter ſeines Stübchens,
und betrachtete ſich die ſonntäglich geputzten Leute, die


