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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wie geſagt, halte dich fern von ihm. Mich haßt er, wie Gift und Operment, und dich wird er auch bald ebenſo haſſen; aber mache dir nichts daraus, Wilhelm, und fürchte dich nicht. Zu Leide ſoll er dir ſchon nichts thun, und überdies bin ich auch noch da und der Knie⸗ riemen iſt ganz gut im Stande. Geh' nicht mit ihm um, und gib dich nicht mit ihm ab! Lieber allein ſein, als mit Luͤgnern und Spitzbuben zuſammen!« Wilhelm merkte ſich die Warnung des ehrlichen Leonhard um ſo beſſer, als ſie mit ſeiner eigenen Ab⸗

neigung gegen Karl uͤbereinſtimmte, und befolgte ſie

pünktlich. Die Folge war, daß ihm Karl, wie Leon⸗ hard vermuthet hatte, ſpinnefeind wurde, und anfäng⸗ lich mehrere Verſuche machte, ihm einen Schabernack anzuthun. Aber Wilhelm war auf ſeiner Hut, und der alte Leonhard hielt die Augen offen. Als er Karl einmal dabei ertappte, daß derſelbe ſeinen Schützling aus einem Winkel heraus mit harten Thonkugeln aus dem Blaſerohre beſchießen wollte, ſchlich er ſachte herbei, nahm ihn am Kragen, ſchleppte ihn in die Werkſtatt, und verabfolgte ihm ein zweite Portion Knieriemen von ſo gediegener Art, daß Karl für's Erſte daran genug hatte und nicht nach der dritten verlangte. Er ließ fortan Wilhelm in Frieden, haßte ihn aber heimlich um ſo mehr, weil derſelbe hartnäckig ſeinen Umgang und ſeine Freundſchaft verſchmähte.

Dies war das Haus, und dies waren die Leute, die unter demſelben Dache darin wohnten. Reichthum und Armuth, Ehrlichkeit und Bosheit, Fleiß und Trägheit fanden ſich auf kleinem Raume neben und über einander, und es konnte kaum fehlen, daß dieſe

veerſchiedenen Elemente mit der Zeit in mannigfache