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Aber wen ſollte er ſchicken? Einen Boten hatte er nicht, und ſelber gehen mochte er nicht. Herr Rempel⸗ meier befand ſich in großer Verlegenheit.
Da auf einmal, als er noch ärgerlich und verdrieß⸗ lich darüber hin und her ſann, was zu thun ſei, kam der Advokat wie gerufen von ſelber.
»Guten Morgen, Herr Rempelmeier,« ſagte er, und Herr Rempelmeier empfing ihn zum erſten Male mit einem Schimmer von Freundlichkeit im Geſichte. „Ich bringe Ihnen eine gute Nachricht, über die Sie ſich freuen werden, wie ich hoffe.«
»Eine gute Nachricht? Wie?« fragte Herr Rempel⸗ meier mißtrauiſch.„Was wäre das?
»Nun, mit Einem Worte: Sie ſtehen nicht mehr
ganz allein in der Welt, es lebt noch Jemand von
Ihren Verwandten, eine arme, aber brave und recht⸗
ſchaffene Frau, die Ihrer ganzen Theilnahme würdig iſt.«
„Eine arme Frau?“ ſagte Herr Rempelmeier und zog ſein Geſicht in die Länge.„Was thu' ich damit? Was ſoll ich mit Verwandten? Ich will keine Ver⸗
wandten! Bleiben Sie mir mit allen Verwandtſchaften
vom Leibe!«
»Aber, Herr Rempelmeier, es iſt Ihre wirkliche und wahrhaftige Couſine von mütterlicher Seite! Viel⸗ leicht die einzige Verwandte, die Sie noch haben in der Welt! Und unglücklich dazu! Mein Gott, Sie werden doch nicht ſo hartherzig ſein, die arme Nichte Ihrer ſeligen Frau Mutter im Elende verſchmachten zu laſſen!«
„Nichte hin, Nichte her! Verſchmachten hin, ver⸗ ſchmachten her! Was geht's mich an!« entgegnete Herr Rempelmeier mit Härte, und ſchob ſeine Hände in die
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