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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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12 den geringſten Anſtand, ſeine Gemächer mit den alten Möbeln auszuſtaffiren. Er und Joſeph räumten den ganzen Tag, und am Abend war die Bodenkammer ziemlich leer, wogegen die Stuben eine wahre Muſter⸗ karte von zerbrochenem, verroſtetem, abgenutztem und werthloſem Gerümpel bildeten.

Aber gerade in ſolchen Umgebungen ſchien ſich Herr Rempelmeier am wohlſten zu fühlen, wenigſtens fiel es ihm nicht ein, jemals ſeine Prachtgemächer und ſein Haus zu verlaſſen. Jahr und Tag wohnte er ſchon in ſeinem Hauſe, und hatte die Schwelle deſſelben noch nicht wieder übertreten, noch nie wieder ſeine hagere, trockene, Mumien-artige Geſtalt auf der Straße blicken laſſen. Die Hökerfrau, deren Töchterchen damals den Advokaten herbeigeholt hatte, wußte dies ganz genau, denn vom frühen Morgen an, wo ſie ſich auf ihrem Platze einfand, bis zum ſpäten Abende, wo ſie ihn wieder verließ, beobachtete ſie die Hausthür und lauerte darauf, daß Herr Rempelmeier einmal heraustreten ſolle, um ihm irgend einen Schabernack anzuthun, denn ſie hatte ſein ſchnödes Benehmen gegen ihr Lieschen noch nicht vergeſſen. Aber wie geſagt, ſie lauerte ver⸗ gebens. Herr Rempelmeier hielt ſich weislich im Hauſe, und beſchäftigte ſich mit ſeinen ausgeſtopften und ge⸗ trockneten Kreaturen, die er immer mit neuer Liebe be⸗ trachtete, weil ſie ihm keine Futter⸗ und andere Koſten verurſachten.

Nur ein einziges lebendes Weſen befand ſich außer dem alten Diener noch um ihn, nämlich ein alter, in goldenem und grünem Gefieder ſchimmernder Papagei, den er aus Surinam mit nach Europa gebracht hatte. In früheren Zeiten war er das Eigenthum eines jener