Druckschrift 
In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

ſinnigen, koſtſpieligen Lurus entbehren zu können! Wo ſind die alten Möbel, die meine Aeltern ſelig hinter⸗ laſſen haben?«

Ei, Herr Rempelmeier, Sie wollen doch nicht das alte wurmſtichige, von den Motten zerfreſſene Zeug in Gebrauch nehmen? rief der Advokat aus.

Was da! lautete die Antwort,wurmſtichig und von den Motten zerfreſſen oder nicht, das iſt mir alles eins! Ich brauche keinen Luxus, den ich bezahlen muß! Wo ſind die alten Sachen?«

Ei nun, ich habe ſie in eine Bodenkammer ſtellen laſſen, wo noch mehr ſolches altes Gerümpel verroſtet,« erwiederte der Advokat Wunderlich.

Gut, ſagte Herr Rempelmeier.Vorwärts, Jo⸗ ſeph, wir wollen's herunter holen vom Boden!«

Joſeph hieß der Diener, den ſich Herr Rempelmeier angeſchafft hatte, und, von dem Advokaten geführt, ſtieg er mit ihm auf den Boden hinauf. Die geräu⸗ mige Kammer dort oben war vollgepfropft von ver⸗ ſchiedenen Sachen, die ſich aber freilich in einem Zuſtande befanden, der nicht viel Einladendes hatte. Fingerdick lag der Staub auf den alten Kommoden, Tiſchen und Stühlen, von denen längſt die Fournirung abgeſprungen war und nur noch in Stücken und Fetzen daran herum hing; die Spiegel, vielleicht aus dem vorigen Jahr⸗ hundert herſtammend, waren zerbrochen und ſo blind, daß ſie kaum noch zu ihrem urſprünglichen Zwecke brauchbar erſchienen; die Sopha's hatten weder Ueber⸗ zug noch Polſter mehr, kurz, es fand ſich eben nichts als altes Gerümpel, für das kein Menſch nur ein paar Thaler gegeben haben würde. Aber Herr Rempelmeier fand Alles vortrefflich, und nahm nicht