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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Advokat Wunderlich wohne. Der Junge wußte keine Auskunft zu geben, aber eine alte Hökerin, die bereits mit Verwunderung den fremden Menſchen angeſchaut hatte, gab raſchen Beſcheid.

Ei, Herr, ja,« ſagte ſie,Sie ſind doch gewiß der Herr Rempelmeier, da Sie gerade hier nach dem Advokaten fragen! Na, ich weiß, wo er wohnt, und meine Lieſe kann gleich hinſpringen und ihn herrufen! Lauf', Lieſe, hole den alten Wunderlich, und ſag' ihm nur, der Herr Rempelmeier wär' angekommen!«

Lieſe war ein kleines Mädchen von acht bis neun Jahren, und ſprang davon wie eine Gazelle. Zehn Minuten ſpäter kehrte ſie mit dem Advokaten zurück, welchem ſich der Fremde, der bis dahin in mürriſchem Schweigen verharrt und der Höͤkerfrau kaum eine Ant⸗ wort gegeben hatte, jetzt wirklich als den nach vielen Jahren heimgekehrten Fritz Rempelmeier vorſtellte. Die kleine Lieſe ſtreckte während dem ihr Händchen hin, um für ihren Gang zum Advokaten einen kleinen Boten⸗ lohn in Empfang zu nehmen; aber Herr Rempelmeier fuhr ſie hart an, ſchalt ſie ein zudringliches Bettel⸗

mädchen, und ſchlüpfte wie ein Wieſel in's Haus, deſſen Thür Herr Wunderlich mittlerweile geöffnet hatte. Thränen gekränkten Gefühls in den Augen blickte die kleine Lieſe hinter ihm drein, und wagte es nicht, dem barſchen Herrn in das Haus zu folgen.

»J, Leſe, laſſ' ihn laufen,« rief ihr die Mutter zu. »Aergere dich nicht über den alten Geizkragen! Aber

er ſoll nur noch einmal kommen, der Grobian, dann

wollen wir ihn ſchön ablaufen laſſen. Der Geizhals der 1 1.

Niccht fünf Minuten dauerte es, ſo wußte die ganze