überwintert. Luft und Wärme fehlen ihnen, und ſchon, wo nur Eines fehlt, verkümmert jede lebendige Kreatur. In der kleinen Gaſſe zu Berlin,— nennen wir
ſie die Petergaſſe—, wurde es mindeſtens eine halbe Stunde ſpäter Tag, und eine halbe Stunde früher Nacht, als in den breiten, hellen, prachtvollen Haupt⸗ ſtraßen der Preußiſchen Hauptſtadt. Wer es vermeiden konnte, ging nicht gern hindurch, obgleich es eine Verbindungs⸗Gaſſe zwiſchen dem erwähnten Platze und einer breiteren Straße war, wo von früh bis Abends der regſte Verkehr herrſchte. Aber man machte lieber einen kleinen Umweg, um nur nicht die dumpfe, ver⸗ dorbene Luft einathmen zu müſſen, die zwiſchen den hohen Häuſern wie eingeklemmt ſchien. Ein kalter Schauer lief Einem unwillkührlich den Rücken hinunter, man fühlte ein Fröſteln ſelbſt an den heißeſten Sommer⸗ tagen, wenn man das ſchmutzige, ewig feuchte Stein⸗ pflaſter der Gaſſe betrat, und man fand es beinahe unbegreiflich, daß in einer ſolchen Straße überhaupt Menſchen wohnen könnten. Aber trotzdem war ſie nicht nur bewohnt, die Petergaſſe, ſondern ſie war ſogar ganz ungewöhnlich bevölkert, und an den großen Haͤu⸗ ſern mit ihren breiten Fronten und zum Theil hohen Fenſtern, die freilich meiſt ganz trübe, erblindete Scheiben hatten, hing nur ſelten ein Zettel oder ein Täfelchen mit der Bemerkung aus:»Hier iſt eine Wohnung zu
veermiethen.“ Es war Alles beſetzt, Alles von oben
bis unten, von den Dachſtübchen und Kämmerchen an bis in die Kellerwohnungen hinab, zu denen mitunter halsgefährliche Treppen hinabführten. Das machte, die
uartiere waren ungewöhnlich wohlfeil, und in den
großen Häuſern wohnten meiſt arme, kleine Leute, die 3.
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