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Graf und Bärenführer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Felix ſtand zwiſchen Albin und jenem reichen Beſitz, und ſeine moraliſche Verderbtheit flößte ihm erſt den lebhaften Wunſch, dann das Verlangen, und endlich die böſe Abſicht ein, Felix auf irgend eine Weiſe, ſei es durch Hinterliſt oder Gewalt, aus dem Wege zu räumen.

Er war indeß ſchlau genug, ſeine finſteren Pläne hinter gut geheuchelter Dankbarkeit gegen den Grafen Normann und eben ſo gut geheuchelter Liebe zu dem kleinen Felix zu verbergen. Wie wir geſehen haben, war ihm dieß vollkommen bei ſeinen edelherzigen und großmüthigen Verwandten gelungen. Stein aber und Suſanne, die treuen Diener, hatten ſein wahres Weſen richtig erkannt und durchſchaut, und ließen ſich von ſeiner glatten Außenſeite nicht täuſchen. Graf Albin wurde ſo viel wie irgend möglich von ihnen beobachtet, und den kleinen Felix ließ Suſanne ſeit dem Sturze vom Pferde kaum mehr aus den Augen.

Ob Graf Albin bemerkte, daß er der Gegenſtand heimlicher Beaufſichtigung ſei, konnte Niemand wiſſen. So viel aber ſtand feſt, daß weder der alte Haushof⸗ meiſter noch Suſanne ſich ſeiner beſondern Gunſt rüh⸗ men konnten. Er machte ſogar einmal den Verſuch, die beiden treuen Diener beim Grafen Robert anzu⸗ ſchwärzen und zu verläumden, um ſie aus dem Schloſſe fort zu ſchaffen. Graf Robert trat ihm aber hier ſo energiſch entgegen, daß Albin dieſen Verſuch niemals zu wiederholen wagte. Um ſo mehr verabſcheute er die wackern Leute, in deren Anweſenheit er das ge⸗ fährlichſte Hinderniß für Ausführung ſeiner hölliſchen Pläne mit allem Rechte vermuthete.