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Graf und Bärenführer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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und da wollen wir doch ſehen, ob zwei gute, ehrbare und treue Diener nicht ſtärker und mächtiger ſein wer⸗ den, als ein Böſewicht mit all ſeinem heimlichen ſchlechten Dichten und Trachten. Die beiden würdigen, alten Leute ſchüttelten ein⸗ ander die Hände, und beſiegelten damit ihr Schutz⸗ und Trutz⸗Bündniß für das Wohl ihrer geliebten Herrſchaft, des Grafen Robert Norman und ſeines Sohnes Felix. Mit beruhigtem und minder ſchwerem Herzen, als da er gekommen, verabſchiedete ſich dann der Haushofmeiſter von ſeiner Bundesgenoſſin, und verließ das Zimmer, um ſeinen gewöhnlichen Geſchäf⸗ ten nachzugehen. Frau Suſanne verſank, als ſich die Thür wieder hinter ihm geſchloſſen hatte, in tiefes

Nachdenken, aus welchem ſie erſt mit den Worten er⸗ wachte:

Stein hat Recht! Der Graf Albin iſt ein gefähr⸗ licher Mann! Wir müſſen wachſam ſein!

Die alte Frau, eine langjährige, bewährte Die⸗ nerin der gräflichen Herrſchaft auf Schloß Soeolnicz, täuſchte ſich in der That über den Charakter des Grafen Albin Normann eben ſo wenig, als ihr Ver⸗

bündeter, der Haushofmeiſter. Graf Albin war in

Wirklichkeit ein ſchlechter und intriguanter Menſch, den

mman jedes Verbrechens fähig halten konnte, wenn es

ſich darum handelte, zu Reichthum und Anſehen zu

gelangen. Und in ſeiner Lage handelte es ſich that⸗ ſächlich darum. Er war der einzige Verwandte des Grafen Robert, welcher an der polniſch⸗preußiſchen Gränze weit ausgedehnte Beſitzungen mit mehreren Schlöſſern, mächtig großen Wäldern und vielen tau⸗ ſend Morgen guten Ackerlandes beſaß. Nur der kleine