Druckschrift 
Graf und Bärenführer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Thorheit, mein Alter, erwiederte er.Du ſiehſt überall nur Geſpenſter! Ich möchte um jeden Preis wetten, daß mein Vetter ſo wenig als ich, je daran

gedacht hat, daß er einſt mein Nachfolger werden könne. Felix iſt ja geſund, kräftig und munter wie ein Fiſch, und wird von uns, von mir, von dir, von der alten Urſula und den übrigen Dienern gehütet, wie unſer Augapfel. Was könnte ihm da geſchehen? Unſinn, mein alter Stein! Schlage dir ſolche Grillen aus dem Kopfe.

»Und der Sturz heute? entgegnete der Haushof⸗ meiſter hartnäckig.Wer gab die Veranlaſſung dazu? Der Graf Albin? Das iſt kein Zufall, behaupte ich!

Graf Robert ſchüttelte unwillig den Kopf.

Du biſt wirklich ein ſchwarzgalliger Thor, mein Freund, ſagte er.Ich kenne meinen Vetter Albin ſeit vielen Jahren, und weiß wohl, daß er leichtſinnig und ein Verſchwender geweſen iſt. Aber eben ſo gut weiß ich, daß er nie mit Willen und Abſicht eine ſchlechte That begehen wird. Nein, nein, ſchweige mir von ſolchen Verdächtigungen, alter Stein! Albin iſt mein Freund, und mir, wie meinem Sohne treu er⸗ geben! Der ſchwärzeſte Undank wäre es, wenn er es nicht wäre. Aber ich kenne dich ſchon, mein alter, braver Haushofmeiſter, du biſt mißtrauiſch gegen ihn,

weil du fürchteſt, er könnte dich einmal früher oder ſpäter aus meiner Gunſt verdrängen. Ueber dieſen Punkt indeß beruhige dich, du wirſt immer, wie mein älteſter, ſo auch mein beſter Freund bleiben!

Bei dieſen Worten reichte der Graf dem alten?

dieſen Worten ſeines alten treuen Haushofmeiſters nur mit Mühe verbergen. Doch faßte er ſich ſchnell wieder.