»Komm du, Heinrich!« ſagte er kurz.„In ſolcher Todesnoth kann ich keinen Menſchen verlaſſen und wenn er mein Todfeind wäre!«“
Es bedurfte keiner zweiten Aufforderung an den wackeren Knaben. Gysbert holte zwei Ruder, die bei⸗ den Brüder ſprangen in ein Boot, und ſteuerten der Richtung zu, aus welcher das ſchreckliche Geſchrei, aber immer ſchwächer und ſchwächer, herüberſchallte. Das Boot flog über das Waſſer hin, aber mittlerweile war der Mond untergegangen und dunkle Nacht deckte das Meer.
„Hier, Sybrand, hier!« tönte Gysberts Stimme verheißend über die Wellen.„Wir kommen!«
Ja, ſie kamen, die wackeren Burſche, aber ſie ka⸗ men zu ſpät. Noch einmal und wieder erſcholl der Jammerruf— dann ein gräßlicher, wilder, verzweif⸗ lungsvoller Aufſchrei, und Alles war ſtill. Nur das Waſſer plätſcherte noch am Buge des Nachens und unter dem Ruderſchlage..
Die beiden Brüder ſuchten nach dem Verunglückten — ſie fanden ihn nicht mehr. Hatte der Sand der Düne ihn in ſein verderbliches Netz gezogen— hatte die höher ſteigende Fluth ihn in feuchter Umarmung er⸗ ſtickt?— wer konnte es wiſſen. Fiſcher fanden am Morgen ſeine Leiche.——
»Er iſt todt!“ ſagte Gysbert, als er nach frucht⸗ loſem Suchen an den Felſen zurückkehrte, wo die See⸗ leute ſeiner Ankunft harrten.„Gott hat ihn ge⸗ richtet.«
finſter und ungerührt.„Der Spion des Feindes, der
„Und mit Gerechtigkeit!« ſprach der alte Steuermann


