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„Aber du wirſt ſie nicht tödten, Gysbert?« ſagte Martha erſchrocken.
»Wenn ich es vermeiden kann— nein!“« erwiederte er.„Aber wir ſtehen im offenen Kriege mit einander, die Franzoſen ſind unſere Feinde, ſie machen ſich kein Gewiſſen daraus, uns niederzuſchießen, wie ſie an un⸗ ſerem armen Vater bewieſen haben, und außerdem gilt es nicht nur die Bewahrung unſeres Geheimniſſes, ſondern auch die Rettung meines Bruders und unſeres gemeinſchaftlichen Wohlthäters! So wenig, wie Hein⸗ rich, habe ich vergeſſen, wie viel Dank wir Herrn Bardewiek ſchuldig ſind! In dieſer Nacht ſoll die Rechnung ausgeglichen werden. Achtung, Leute! Be⸗ waffnet Euch Alle! Ihr habt gehört, um was es ſich handelt! Wollen wir ruhig zuſehen, wie die Franzo⸗ ſen unſere Landsleute vor's Kriegsgericht ſtellen und uns den beſten Hafen an der ganzen Küſte wegneh⸗ men?“
»Nein, nein! Ein Hurrah für den Kapitän und drauf auf die Leuteſchinder!“ riefen die Matroſen zurück und ſchwenkten ihre Hüte.
»Wohlan, ſo haltet Euch bereit!“ ſagte der Kapi⸗ tän.„In einer halben Stunde greifen wir an! Der Sieg iſt nicht zweifelhaft, denn wir ſind unſer ſechs⸗ zehn gegen zwanzig Franzoſen. Waffnet Euch!“
Die Brigg war hinreichend mit allem Kriegsbedarf verſehen, um nöthigen Falls ſelbſt einem Kaperſchiffe Widerſtand leiſten zu können. Die Leute griffen nach Kurzdegen, Piſtolen und Flinten, und erwarteten nach⸗ wenigen Minuten die weiteren Befehle ihres Anführers. Gysbert muſterte die Mannſchaft, empfahl ihnen die ſorgfältigſte Stille, und ließ die Boote ausſetzen. Alle


