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Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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einer ſolchen Gefahr ausſetzen« ſagte Herr Barde⸗ wiek leiſe.Bleibe hier, liebes Mädchen!«

Martha hörte nicht auf ihn. Sie ſtand auf, näherte ſich mit leichten furchtloſen Schritten den Wachen, in deren Nähe die Lampe brannte, und ſtieß ſie wie durch Zufall um. Das Licht erloſch und dichte Finſterniß herrſchte im Gewölbe.

»Achtung! Laßt Niemand hinaus!« ſchrie Sybrand wüthend, während die Wachen raſch den Ausgang be⸗ ſetzten, ſo daß es unmöglich war, an ihnen vorbei zu kommen, ohne in ihre Hände zu fallen.

Martha dachte indeß gar nicht daran, durch dieſen Ausgang die Flucht zu nehmen. Die erſte Verwirrung benutzend, flog ſie an die See⸗Pforte, riß die Thür auf, ehe wieder Licht angezündet wurde, ergriff das Seil und ließ ſich mit Blitzesſchnelle an ihm hinab, während Heinrich oben die Thür wieder in's Schloß drückte. Als endlich Licht kam, zählte man nur die männlichen Gefangenen, ohne ſich weiter um die beiden Mädchen zu bekuͤmmern. Mary lag im ſanfteſten Schlummer, der die ganze Nacht hindurch nicht geſtört worden war; und um Martha hatte ſich eigentlich noch Niemand ſonderlich bekümmert. Und doch ſollte die kühne That des furchtloſen und treuen Mädchens einen Erfolg haben, der für das Schickſal der Gefangenen von der größten Wichtigkeit werden und ihrem Schick⸗ ſale eine ganz neue und unerwartete Wendung geben ſollte.

Martha glitt ſchnell am Seile in die Tiefe hinun⸗ ter. Sie hatte die Vorſicht gebraucht, ihre beiden Hände, mit denen ſie ſich feſt an das ſtarke Tau an⸗ klammerte, in ihre leinene Schürze einzuwickeln, ſo daß

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