und breit kein Segel zu ſehen iſt. Gysbert wird noch fern ſein, wenn er nicht vielleicht dort im Norden hin⸗ ter der Inſel den Anbruch der Nacht erwartet. Er iſt vorſichtig, und hat es wohl nöthig, wo ſo viele ſpä⸗ hende Augen gierig nach ihm ausſchauen. Gleichviel! Schaut euch blind— ſo leicht werdet ihr uns nicht fangen!“
Er ſtand auf, und ging auf den mächtigen runden Thurm zu, der, aus großen behauenen Sandſteinqua⸗ dern erbaut, ſich ungefähr in der Mitte des ihn um⸗ gebenden, in Trümmern zerfallenden Gemäuers erhob. Durch eine ſchmale und niedrige Oeffnung verſchwand er im Innern des rieſigen Baues, kehrte aber bald darauf mit Feuerzeug, Schwefel und klein gehacktem Holze auf ſeinen vorigen Poſten zurück. Jetzt ſchichtete er eine Art von Scheiterhaufen auf dem äußerſten Rande des Felſens auf, ſtellte das Feuerzeug daneben, und erwartete nun ruhig den Uebergang der Dämme⸗ rung in vollſtändige Nacht.
Immer dichter hüllten die Schleier des Abends Land und Meer ein, die Dämmerung ging in Finſter⸗ niß über, die Sterne funkelten am Himmel, die Nacht war da. Heinrich griff nach dem Feuerzeuge. Als die
erſten Funken aus Stahl und Stein hervorſprühten,
tauchte am Horizonte ein bleicher, bläulicher Schein aus dem Meere. Heinrich ſtutzte; aber nur einen Au⸗ genblick.
»Ah, der Mond!« ſagte er.„Habe ich doch gar nicht an ihn gedacht! Aber es iſt nur die Sichel, und ihr Licht iſt nicht ſtark genug, um die Wirkung des Feuers bedeutend zu ſchwächen. Steige nur herauf, alter Freund! Bei deinem Scheine wird Gysbert um


