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Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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auf der ſchmalen Linie des Riffes dahin, und ſtand nach einigen Minuten am Fuße des hier nicht ſo ſteil, wie nach dem Meere hin abfallenden Vorgebirges. Hier zögerte er einige Augenblicke, ſchaute ſpähend um⸗ her, und hatte bald, was er zu ſuchen ſchien, gefunden. Eine kurze Strecke weiter hin lag ein Haufen von Schiffstrümmern, welchen die letzte Fluth an den Fel⸗ ſen geſpült hatte. Heinrich näherte ſich vorſichtig der Stelle, lud ſo viel Holz auf ſeine jungen kräftigen Schultern, als er tragen konnte, und klimmte dann langſamer als bisher die ſteile Höhe hinan. Als er ſie auf Koſten einiger Schweißtropfen, die von ſeiner Stirne perlten, erreicht hatte, warf er ſeine Bürde auf der äußerſten Spitze des Felſens nieder, ſetzte ſich tief aufathmend auf ein Stück Mauertrümmer, und blickte nachdenklich in die weite offene See hinaus, die un⸗ mittelbar unter ſeinen Füßen brandete und ſchäumte. Die Sonne war nun ſchon beinahe untergegangen, und nur die obere Hälfte noch ruhte, einer rothglühen⸗ den Halbkugel vergleichbar, auf den leiſe wogenden Waſſern. Die brennenden und violetten Tinten des Himmels erblaßten allmählig', der bunte Farbenſchmelz verlor ſich in ein gleichmäßiges Grau, und nur im äußerſten Weſten noch, über der Stelle, wo die Sonne in's Meer getaucht war, ſchimmerten einige röthliche Wölkchen mit hellglühendem Saume. Auch ſie loͤsten ſich in farbloſe Dünſte auf, und die Dämmerung breitete mit leiſem Finger ihre abendlichen Schatten über Himmel und Erde, über Land und Meer. »Noch iſt's nicht Zeit, murmelte der Knabe vor ſich hin,es muß erſt ganz dunkel werden. Verſuchen will ich's dann, obgleich es gewiß nichts nützt, da weit