„Schon recht, ſchon recht, Heinrich!« erwiederte Martha.»Gott ſei mit dir und mit Euch Allen. Aber ſchlafen werde ich nicht— ich kann es nicht! Aufpaſſen will ich, Heinrich, und, wenn je eine Gefahr drohen ſollte, dich davon benachrichtigen! Leb' wohl, Bruder! Leb' wohl!«.
Heinrich grüßte noch einmal mit leichtem Kopfnicken
und freundlichem Lächeln; dann entfernte er ſich mit
raſchen Schritten und näherte ſich dem ſchmalen und
gefaͤhrlichen Riffe, über welches der Weg nach dem
hoochragenden Felſen mit der Ruine führte. Mit heim⸗ licher Beſorgniß blickte die Schweſter ihm nach.
Zweites Kapitel.
Die Dougniers.
Heinrich hatte bald das Riff erreicht, welches jetzt, bei eingetretener Ebbe, nicht mehr von den Wogen überſpült wurde, obgleich der es bedeckende Dünenſand noch von Seewaſſer geſättigt war. Hie und da rag— ten einzelne Felſenſpitzen dunkel aus dem weißen Sande hervor, und dienten Heinrich zu Markſteinen der Rich⸗ tung, welche er verfolgen mußte, um nicht von ſicherem Pfade ab auf die trügeriſche Decke der Düne zu ge⸗ rathen. Er ſchien übrigens des Weges genau kundig zu ſein. Ohne je auch nur einen Augenblick ſchwan⸗ kend oder zweifelnd zu zögern, eilte er leicht und ſicher


