Druckschrift 
Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

¹ 11

haſtig aber mit düſterer Stirn der Schweſter in's Wort. Es war ein ſchändlicher und verrätheriſcher Schuß, denn der Vater hatte gar nicht gepaſcht, ſondern kam mit Fiſchen vom Meere heim, und der Schurke ſchoß ihn nur auf Verdacht hin aus dem Hinterhalte nieder. Aber er iſt gerächt! Die Düne hat ihn und noch drei 5 Andere verſchlungen und die Wogen ſpülten ihn an den Strand. Möge es Jedem von den räuberiſchen Fran⸗ zoſen ſo ergehen!«

»Ruhig, ruhig, Heinrich!« ſagte Martha erſchrocken. »Es iſt ſündhaft, ſo zu ſprechen! Ueberlaß dem lieben

Gott die Strafe für alles Böſe, was die Fremden uns anthun!«

»Wir morden ſie nicht, wir verſchaffen uns nur unſer Recht ſo gut wir können,« entgegnete Heinrich. »Aber nun genug, Schweſter! Ich muß gehen und das Leuchtfeuer anzünden, damit Gysbert weiß, daß er ohne Gefahr und ohne Beſorgniß einlaufen kann, falls er in der Nähe hier herumkreuzt. Von heute ab, ſagte er mir vor vierzehn Tagen, als er in See ging,

5 könne ich ſeine Rückkehr erwarten, und du weißt doch, er läuft nicht in den Hafen ein, ehe er nicht ſicher iſt, daß hier Alles gut ſteht.«

5»Gut, ſo geh', Henrich aber wann denkſt du zurückzukommen?« 5.

»Jedenfalls vor elf Uhr Nachts! Aber warte nicht

auf mich. Wenn Gysbert in den Hafen einläuft, kann es auch länger dauern, denn die Güter müſſen ſogleich geborgen werden, und dabei iſt keine Hand überflüſſig.

Auf Wiederſehen, Schweſter! Sorge nicht um mich!

Furchtlos und treu, das iſt ja unſer Wahl⸗

ſpruch.« b