Sybrand, der es mit den Fremden hält, haßt dich als ſeinen bitterſten Feind, ſeit du ihn neulich zu Boden warfſt. Er paßt dir auf, und wenn er dich verrathen kann, verräth er dich gewiß.«
»Ja, er iſt ein Elender, ein Judas, ein Franzoſen⸗ freund,“« antwortete Heinrich.„Aber das Alles wird ihm nichts nützen, und wenn er mich haßt, ſo fürchtet er mich auch.«
„»Für ſich allein, aber nicht, wenn er die Douaniers zur Seite hat,“ ſagte Martha.„Er weiß ja doch, daß du und Bruder Gysbert Paſcher ſind!« 4
»Freilich weiß er's, aber er kann es nicht beweiſen, und wird's auch wohl nie können!“ erwiederte Hein⸗ rich.„Ich ſchlug ihn ja eben darum zu Boden, weil er öffentlich behauptete, daß wir Schmuggel trieben. Glaube nur, Schweſter— er hat meine Fauſt gefühlt, und vergißt ſie gewiß für's erſte nicht.«
»Und doch, mir iſt, als ob heute Unheil bevor⸗ ſtünde,“ begann Martha wieder nach minutenlangem Schweigen. Das ganze Paſchertreiben macht mir Angſt und Furcht! Es iſt doch etwas Unrechtes, was Ihr thut!«
»Unrechtes! Und warum?« rief Heinrich mit blitzen⸗ dem Auge.„Sind die Franzoſen etwa unſere recht⸗ mäßigen Herren? Haben ſie nicht unſerem Könige mit Gewalt ſein Land entriſſen? Haben ſie ein Recht, uns etwas zu befehlen? Dürfen ſie mit Recht willkührlich ſchalten und walten im Lande? Sie nehmen uns Alles, und wir ſollten nicht einmal das Recht haben, der ſchnöden Gewalt unſere Liſt entgegen zu ſetzen? Still, Martha, das verſtehſt du nicht! Ja, wenn unſer recht: mäßiger König beföhle, daß wir nicht paſchen dürften,


