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Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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von lichteren Tinten überglänzt, und der ganze weite Himmel glich einer mächtigen Kuppel, in deren Wöl⸗ bung tauſendfache Farben in wechſelnden Reflexen ſich ſpiegelten. Das Meer lag ruhig aber die Moͤven flogen tief, und ſtreiften zuweilen mit den glänzend weißen Flügelſpitzen oder den Füßen das Waſſer. Der Strand, ſo weit das Auge reichte, zeigte ſich menſchen⸗ leer; in der Ferne tauchte der Thurm eines Dorfes hinter den Sandhügeln der Küſte auf; nach der ande⸗ ren Seite hin lagen noch entfernter einzelne Fiſcher⸗ hütten, aus denen ein leichter Rauch in die ſtille Abend⸗ luft leiſe empor wirbelte und langſam verſchwand. Andere Zeichen von Leben machten ſich nirgends be⸗ merkbar..

Eine gute Weile ſtand der Knabe ſtill und regungs⸗ los, gegen den Thürpfoſten der Hütte gelehnt, die Hand vor den Augen, um von dem grellen Lichte der ſchei⸗ denden Sonne nicht geblendet zu werden, und ließ den forſchenden Blick bald hinaus in das Meer, bald fern⸗ hin in das Land, bald zu den Trümmern des Schloſſes emporgleiten. Er war in die einfachſte landesübliche Fiſchertracht gekleidet weite leinene Hoſen, eine lei⸗ nene Jacke, ein buntes ſeidenes Tüchelchen mit überge⸗ ſchlagenem Hemdkragen, eine rothgeſtreifte Fiſchermütze und derbe Schuhe, das war ſein ganzer Anzug. Trotz ſeiner Einfachheit kleidete er doch den hübſchen, kräfti⸗ gen Knaben beſſer, als vielleicht jede andere Tracht. Das ein wenig gebräunte, aber friſche und muthige Geſicht ſchaute anmuthig unter der groben Mütze her⸗ vor; leicht gekräuſeltes nußbraunes Haar hing in Locken um eine breite hohe Stirn, auf welcher ſich ſchon, trotz der Jugend des Knaben, er mochte kaum ſein